Claudia Drettmann
Co-Founder & CEO
+4915126444555
cld@drettmann.com
Sprachen: German, English
Standort: Germany
Wie ich hierher kam
Mein beruflicher Weg begann klassisch: mit einer Ausbildung zur Bankkauffrau und einer großen Affinität zu Zahlen, Finanzen und Organisation. Dass daraus ein Leben zwischen Yachten, internationalen Kunden, Interior Design und Familienunternehmen werden würde, hätte ich damals nicht erwartet.
Zur Familie Drettmann kam ich auf persönliche Weise: Meine Eltern wollten eine Yacht kaufen und kamen zu Drettmann – so lernte ich meinen späteren Mann Albert kennen. Aus der Verbindung zur Familie wurde irgendwann auch eine Verbindung zum Unternehmen und zu einer Branche, die mein Leben bis heute prägt.
1998 übernahmen Albert und ich das Unternehmen von meinen Schwiegereltern – und damit auch etwas, das sie uns über viele Jahre vorgelebt hatten: wie ein Ehepaar gemeinsam ein Unternehmen führen kann.
Meine Schwiegereltern waren ein echtes Team: Sie hielten zusammen, zogen an einem Strang und hatten ein gemeinsames Ziel – forderten sich aber auch gegenseitig heraus. Jeder hatte seinen eigenen Verantwortungsbereich: Mein Schwiegervater war vor allem für Verkauf und technische Details zuständig, meine Schwiegermutter für Interior, Materialien und Farben – für alles, was aus einer Yacht mehr als nur ein technisch perfektes Produkt macht, nämlich einen besonderen Lebensraum.
Rückblickend ist es fast ein wenig lustig, dass sich diese Rollen bei Albert und mir in gewisser Weise wiederholt haben.
Ich selbst startete aufgrund meiner Ausbildung klar auf der kaufmännischen Seite: Finanzen, Personal und Organisation waren meine Welt. Albert hatte seine Stärken im Verkauf, im Umgang mit Kunden und in einem enormen technischen Verständnis für die Yachten.
Doch dann kam ein Moment, der meinen weiteren Weg entscheidend geprägt hat.
Meine Schwiegermutter sagte eines Tages zu mir: „Das nächste Interieur einer unserer Vorführyachten bestimmst du."
Ich weiß noch genau, wie unsicher ich zunächst war: Ich habe das Design gefühlt zehnmal verändert, Materialien neu ausgesucht, Farben verworfen und wieder von vorne angefangen. Aber irgendwann war es um mich geschehen – ich hatte eine Leidenschaft entdeckt, von der ich vorher nichts wusste: Yachtinterieur und Design.
Und die Geschichte bekam noch eine besonders schöne Pointe: Ausgerechnet meine Eltern kauften später genau diese Yacht.
Aus diesem ersten Projekt wurden im Laufe der Jahre viele weitere. Design wurde neben meinen kaufmännischen Aufgaben zu einem wesentlichen Teil meiner Arbeit – ich entwickelte Interiors für unsere Vorführ- und Kundenyachten und setzte sie gemeinsam mit Werften, Designern, Lieferanten und unseren Kunden um.
Dabei ging es mir nie darum, einfach nur etwas „schön" zu machen: Eine Yacht muss zu den Menschen passen, die auf ihr leben, funktional sein und gleichzeitig Persönlichkeit haben. Materialien, Farben, Stoffe, Licht und Details müssen am Ende ein Gesamtbild ergeben. Vielleicht war genau diese Verbindung aus kaufmännischem Denken und Kreativität das, was mir besonders lag.
Auch bei Albert und mir entwickelte sich über die Jahre eine Arbeitsteilung, die der meiner Schwiegereltern erstaunlich ähnlich war: Albert mit seiner Stärke im Verkauf und seinem technischen Verständnis – ich zunächst kaufmännisch, später immer stärker mit meiner Leidenschaft für Interior und
Design und dem Gespür für Menschen und Kunden.
Unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Blickwinkel – aber immer ein gemeinsames Ziel.
Wir sind dabei keineswegs immer einer Meinung – das waren meine Schwiegereltern auch nicht, und wahrscheinlich ist gerade das ein wichtiger Bestandteil eines guten Teams. Zusammenhalt bedeutet für mich nicht, dass man sich immer zustimmt, sondern dass man sich ehrlich die Meinung sagt, sich gegenseitig hinterfragt – und anschließend trotzdem gemeinsam hinter einer Entscheidung steht.
Über mehr als 25 Jahre haben Albert und ich gemeinsam viele Veränderungen in der Yachtbranche erlebt und unser Unternehmen immer weiterentwickelt: Yachten verkauft, gebaut und entwickelt, internationale Partnerschaften aufgebaut, Kunden über Jahre begleitet – und dabei Höhen genauso wie schwierige Zeiten erlebt.
Gerade Letztere gehören für mich zum Unternehmertum genauso dazu wie die Erfolge. Unternehmertum bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn etwas nicht nach Plan läuft – Lösungen zu finden, Entscheidungen zu treffen und immer wieder nach vorne zu schauen.
Eine der wichtigsten Erfahrungen aus all diesen Jahren ist für mich, dass unsere Branche trotz aller Technik, Größe und Exklusivität am Ende vor allem von Menschen lebt.
Viele unserer Kunden und Geschäftspartner begleiten uns seit Jahrzehnten, aus geschäftlichen Beziehungen sind Freundschaften entstanden. Dieses Vertrauen und diese persönliche Nähe waren für Drettmann immer ein wichtiger Bestandteil – und sind es für mich bis heute.
Vielleicht ist genau das, was ich unter dem „Drettmann Feeling" verstehe: Ein Kunde kauft bei uns nicht einfach eine Yacht – wir möchten ihn verstehen, seine Wünsche kennen und ihn über den gesamten Weg begleiten. Eine Yacht ist etwas sehr Persönliches und Emotionales, und genauso persönlich sollte auch die Betreuung sein.
Besonders stolz macht mich heute, dass Drettmann erneut das ist, was es schon bei meinen Schwiegereltern war: ein echtes Familienunternehmen.
Albert und ich durften das Unternehmen von seinen Eltern übernehmen, unseren eigenen Weg gehen und unsere Ideen verwirklichen. Heute erleben wir, wie unsere Kinder und unser Schwiegersohn als nächste Generation Verantwortung übernehmen und das Unternehmen mit ihren eigenen Ideen weiterführen.
Bei Annabell erlebe ich diesen Übergang besonders unmittelbar, weil sie zunehmend Bereiche übernimmt, die lange meine Aufgaben waren. Schön zu sehen, dass sie dabei nicht versucht, es genauso zu machen wie ich, sondern ihre eigene Handschrift entwickelt – genau das wünsche ich mir für die nächste Generation.
Eine ganz besondere Geschichte ist für mich auch der Weg unseres Schwiegersohns Yannick: Als er unsere Familie kennenlernte, hatte er mit der Yachtbranche zunächst wenig Berührungspunkte. Sein Interesse war aber schnell geweckt, und wir schlugen ihm vor, einfach einmal bei uns „Probe zu arbeiten" – was unverbindlich begann, wurde innerhalb kürzester Zeit zu einer echten Leidenschaft.
Mit Engagement, Eigeninitiative und großem Wissensdurst hat Yannick sich in kurzer Zeit ein Fachwissen erarbeitet, das mich bis heute beeindruckt. Inzwischen hat er sich einen eigenen Namen in der Yachtwelt gemacht und ist aus unserem Unternehmen nicht mehr wegzudenken.
Was mich bei der nächsten Generation insgesamt besonders stolz macht, ist ihr Fleiß: Unsere Kinder und unser Schwiegersohn wissen, dass ein Familienname allein keinen Erfolg ausmacht. Man muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, sich Wissen zu erarbeiten, dranzubleiben und manchmal mehr zu leisten, als nötig wäre.
Vielleicht haben Albert und ich ihnen genau das vorgelebt. Wir haben ihnen nie vermittelt, dass Erfolg selbstverständlich ist – im Gegenteil: Alles, was wir über die Jahre aufgebaut haben, war mit viel Arbeit, Einsatz und auch Rückschlägen verbunden.
Ich bin überzeugt: Mit Fleiß kann man fast alles erreichen.
Talent und gute Ideen sind wichtig, aber am Ende sind es Einsatz, Ausdauer und die Bereitschaft, immer weiterzulernen, die den Unterschied machen. Dass wir diese Haltung heute bei unseren Kindern und unserem Schwiegersohn wiederfinden, macht mich vielleicht sogar stolzer als jeder einzelne geschäftliche Erfolg.
Darin erkenne ich auch wieder etwas von meinen Schwiegereltern: Sie haben uns vorgelebt, wie man gemeinsam Verantwortung übernimmt, zusammenhält, sich unterstützt, aber auch kritisch miteinander sein darf. Albert und ich haben versucht, diese Haltung weiterzugeben – und heute dürfen wir erleben, wie die nächste Generation daraus ihren eigenen Weg macht.
Für mich bedeutet dieser Generationswechsel auch, Verantwortung abzugeben und Platz für Neues zu schaffen. Ich bleibe mit Drettmann verbunden und bringe meine Erfahrung dort ein, wo sie gebraucht wird – gleichzeitig entsteht dadurch Freiheit, mich stärker anderen Projekten und Leidenschaften zu widmen.
Dazu gehören inzwischen auch Immobilien und eigene Projekte – vor allem aber eine Leidenschaft, die mich schon sehr viel länger begleitet als die Yachtbranche: Pferde.
Ich reite seit meiner Kindheit – Pferde waren mir immer ein wichtiger Ausgleich zum beruflichen Alltag. Heute habe ich die Möglichkeit, diese Leidenschaft intensiver auszuleben und mich auch mit der Pferdezucht zu beschäftigen.
Für mich schließt sich damit auf schöne Weise ein Kreis: Nach vielen Jahren, in denen der Aufbau unseres Unternehmens einen sehr großen Teil meines Lebens bestimmt hat, entsteht Raum für etwas Neues – ohne das Alte hinter mir zu lassen.
Wenn ich heute auf unseren Weg zurückblicke, bin ich deshalb weniger auf einen einzelnen Erfolg oder eine einzelne Yacht stolz, sondern auf das, was über Generationen entstanden ist.
Meine Schwiegereltern haben uns gezeigt, wie man als Paar und Familie gemeinsam ein Unternehmen führt. Albert und ich durften es übernehmen, weiterentwickeln und unsere eigene Geschichte schreiben – und heute dürfen wir erleben, wie die nächste Generation beginnt, ihre Geschichte hinzuzufügen.
Vielleicht ist genau das für mich die schönste Definition eines Familienunternehmens:
Tradition bedeutet nicht, alles genauso weiterzumachen wie bisher. Sie bedeutet, das Gute zu bewahren und gleichzeitig jeder Generation den Mut und die Freiheit zu geben, etwas Eigenes daraus zu machen.
„Ein Kunde kauft bei uns nicht einfach eine Yacht – wir möchten ihn verstehen, seine Wünsche kennen und ihn über den gesamten Weg begleiten. Das ist für mich das ‚Drettmann Feeling‘."
Claudia Drettmann
Co-Founder & CEO